
| Hochwassereinsatz Frankreich 2003 | |
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Der
THW Ortsverband Hof beteiligte sich mit seiner Fachgruppe Elektroversorgung
vom 05.12.2003 bis zum 18.12.2003 an dem Auslandseinsatz des Technischen
Hilfswerks in Frankreich. Nach knapp acht Millionen Kubikmetern Pumpleistung und 14 Tagen Arbeit beendeten insgesamt 1.300 THW-Einsatzkräfte den Einsatz. 850 von ihnen waren in der Nacht zum 5. Dezember im Auftrag von Bundesinnenminister Otto Schily und auf Ersuchen der Europäischen Kommission in die Hochwasserregion um die Stadt Arles entsandt worden. Das Kontingent des THW in Südfrankreich setzte sich aus 40 Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen sowie Führungs-, Logistik und Elektroversorgungseinheiten der THW-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie der THW-Länderverbände Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Bremen, Niedersachsen zusammen. |
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Mit einer Pumpleistung von rund 670 Kubikmetern pro Minute - das entspricht in etwa einem 25-Meter-Standardschwimmbecken - kämpften die Hochwasserspezialisten gegen die Fluten. Der Einsatz konzentrierte sich zunächst auf die 50.000-Einwohnerstadt Arles und die Ortschaften Moulès und L’Ardoise in den Départements Gard und Bouches-du-Rhône. In Arles war ein Drittel der bebauten Fläche überflutet, 7.000 Einwohner waren davon direkt betroffen, 4.200 mussten evakuiert werden. Später wurde ein weiterer Einsatzabschnitt in Sylvéréal eingerichtet und der zunächst für eine Woche geplante Einsatz auf Ersuchen der französischen Regierung verlängert. Weitere THW-Einsatzkräfte wurden zur Ablösung in das Katastrophengebiet gebracht. In Sylvéréal - etwa 35 Kilometer südwestlich von Arles - wurde mehrere Tage lang, mit einer Pumpleistung von über 100.000 Litern pro Minute Wasser in die kleine Rhône umgeleitet, damit die aufgestauten Fluten besser ins Meer abfließen konnten. |
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| Lageplan des Einsatzes | |
| Bilder von thw.de | |
| Links zu dem Thema | |
| Radio Interview vom 13.12.2003 als MP3 Datei (ca. 4,5 MB) | |
| Im folgenden der historische Ablauf des Einsatzes: | |
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| Donnerstag, 04.12.03 | |
Am Donnerstag, dem 4.12. wurde der Ortsverband Hof wegen eines möglichen Hochwassereinsatzes in Frankreich voralarmiert. Aus der Voralarmierung wurde dann am Freitag, dem 05.12.03 um 00.20 Uhr eine Alarmierung. Seitdem sind 7 Helfer des Ortsverbandes Hof mit LKW Lbw. 7t und NEA 175 kVA ( = Fachgruppe Elektroversorgung) und GKW II mit Beleuchtung in die Region um Arles unterwegs. Desweiteren sind die Helfer aus dem Ortsverband Hof, zusammen mit den Nailaer Kollegen, mitsamt der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen und 6 Helfern, im Konvoi unterwegs. |
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| Freitag, 05.12.03 | |
| Nach Informationen der Geschäftstelle trafen die Helfer mitsamt der Kollegen aus Naila dann am Morgen am Sammelpunkt in Neu-Ulm ein. Dort vereinigten sie sich mit anderen Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet zu insgesamt sieben Verbänden, die nacheinander in Richtung Frankreich aufbrachen. Gegen 15 Uhr war die Kolonne mit den Teams aus Hof und Naila auf dem Weg nach Kehl an der französischen Grenze. Dort stand dann eine Pflichtpause an, bevor sich die Hilfskräfte mit Polizeieskorte auf den Weg ins Katastrophengebiet machen konnten. |
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| Samstag, 06.12.03 | |
Gegen
mittag sind die ersten THW Einheiten im Katastrophengebiet angekommen.
Die oberfränkischen THW Helfer aus Naila und Hof sind gegen 22 Uhr
in Arles angekommen. |
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| Sonntag, 07.12.03 | |
Am
heutigen Sonntag sind alle anfahrenden Einsatzkräfte eingetroffen
und beginnen die Arbeit im Hochwassergebiet. Darunter auch die Kameraden
aus Naila und Hof, die den Einsatzbefehl bekommen haben im Einsatzabschnitt
2, Schadenstelle 4 zu helfen. Der Ortsverband Naila hat die Aufgabe mit
anderen Pumpengruppen das Wasser aus dem Überflutungsgebiet zu pumpem.
Der Ortsverband Hof stellt mit seiner 175 kVA Netzersatzanlage die Elektroversorgung
her, um den notwendigen Strom für Pumpen und Beleuchtung zu liefern. |
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| Montag, 08.12.03 | |
Der
Ortsverband Hof versorgt mit seinem Stromaggregat mehrere Wasserschaden-/Pumpengruppen
des THW, sowie mehrere große Havariepumpen aus Belgien, mit einer Pumpleistung
von ca. 40.000 l/min. Im Einsatzabschnitt 2 befinden sich momentan 226
Helferinnen und Helfer, an der Schadenstelle 4 befinden sich 84 Hilfskräfte
des THW. Das Aggregat liefert eine durchschnittliche Leistung von 120
kW, damit ist das Hofer Aggregat eine der größten Stromquellen an der
Schadenstelle. Beeindruckend ist auch die Lichtleistung der beiden 2000
W HQI Flutlichtscheinwerfer des OV Hof, so die Stimmen von mehreren THW
Helfern, sie machen die Nacht zum Tage und unterstützen somit die Arbeiten
der Helfer bei Dunkelheit. |
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| Dienstag, 09.12.03 | |
Die
Hofer Helfer im Katastrophengebiet berichten, dass sich der französische
Innenminister bei einem Besuch in Arles bei den Helfern bedankt hat. So
auch die Anwohner der Schadensgebiete, die sich seit der Anwesenheit nun
schon der deutschen Sprache bemächtigt haben, um sich bei den Helfern
zu bedanken. Desweiteren bringen sie ihren Dank, mit Essen und Getränken
für die THWler zum Ausdruck. Laut Benjamin Nickl ist die Lage weiterhin
kritisch, ein etwa 3-4 km langer und 600 m breiter Streifen längs eines
Wasserkanals soll ca. 1 m unter Wasser stehen. Der Ortsverband Hof arbeitet
mit seiner Fachgruppe Elektroversorgung an der Schadenstelle mit Einheiten
aus folgenden Ortsverbänden zusammen: Naila, Vierenheim, Heppenheim, Lampertsheim,
Rüsselsheim, Lohr, Neuenberg, Germersheim, München West und Sonthofen. |
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| Mittwoch, 10.12.03 | |
Die
Situation in den überfluteten Gebieten Südfrankreichs bleibt weiter kritisch,
da das Flutwasser aufgrund der geographischen Lage nicht abfließen kann.
Jetzt müssen Deiche durchbrochen und Kanäle umgeleitet werden. Das THW
verlegt einen kompletten Einsatzabschnitt in das Rhônedelta, um in Silvéréal
am Rande der Camarque mit einer Pumpleistung von 107.000 Litern pro Minute
Wasser in die kleine Rhône umzuleiten, damit die aufgestauten Wassermassen
aus Arles sowie den Départements Gard und Bouches-du-Rhône ins Meer abfließen
können. Unterdessen besuchte THW-Präsident Georg Thiel die 850 ehrenamtlichen
THW-Helfer, die seit vergangenem Freitag im Auftrag von Bundesinnenminister
Otto Schily im Katastrophengebiet im Einsatz sind, und verschaffte sich
einen Überblick über die Lage vor Ort. Der weitere Einsatz des THW sei
unerlässlich, davon habe er sich bei seinem Blitzbesuch überzeugen können,
sagte Thiel im Gespräch mit Verantwortlichen der Départementverwaltungen
und der französischen Regierung. |
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| Donnerstag, 11.12.03: Ablösung unterwegs | |
Am
heutigen Donnerstag gegen 09 Uhr haben sich erneut Hilfskräfte aus Naila
und Hof auf dem Weg ins Hochwassergebiet gemacht, um ihre Kameraden in
Frankreich abzulösen. Die erste Anlaufstelle der oberfränkischen Helfer
ist der Ortsverband Lauf, wo weitere Helfer aufgenommen werden. Unterwegs
sind die Helfer mit einem Kraftomnibus (KOB) aus THW Beständen. |
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Bild:
Frankenpost |
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| Freitag, 12.12.03 | |
Die Ablöse-Helfer sind am Freitag nachmittag in Arles eingetroffen. Kurz darauf machten sich die Helfer des ersten Trupps auf die Heimreise. Die THWler aus Naila sind mit dem THW Bus unterwegs, die Hofer THWler mit einem VW Bus aus Baiersdorf (den Kameraden aus Baiersdorf: Herzlichen Dank für die Unterstützung!). |
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| Samstag, 13.12.03 | |
Der
erste Trupp der oberfränkischen Helfer trifft gegen Mittag in Hof
ein. Für sie geht knapp eine Woche voller THW Einsatz rund um Pumpen
und Stromaggregate zu Ende. Die Hofer Helfer gaben nach ihrer Ankunft
bei Radio Euroherz ein kurzes Interview und beendeten damit ihren Einsatz.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Arbeitgebern für die Freistellung
der Helfer! |
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| Download Radio Interview als MP3 vom 13.12.2003 (ca. 4,5 MB) | |
| Sonntag, 14.12.03 | |
Nach
mehr als einer Woche Einsatz in Südfrankreich zeigt sich mittlerweile
der Erfolg der Pumparbeiten. In dem am stärksten betroffenen Stadteil
von Arles ist der Wasserstand soweit zurückgegangen, dass Boote nicht
mehr eingesetzt werden können. Die ersten Pumpen müssen umgesetzt
oder abgeschaltet werden, nachdem die französische Feuerwehr jetzt
weniger leistungsstarke Pumpen einsetzt. Somit kann in den nächsten
Tagen ein Teil der THW-Einsatzkräfte in Absprache mit der französischen
Einsatzleitung der Lageentwicklung entsprechend nach Deutschland zurückkehren.
Zur Verabschiedung der ersten abgelösten THW-Hochwasserspezialisten
in Arles haben sich die Schülerinnen und Schüler einer Grundschule
eine besondere Überraschung ausgedacht: Die Kinder übergaben
den abreisenden Helfern selbstgemalte Bilder, auf denen sie ihren Impressionen
vom Einsatz und ihrer Dankbarkeit Ausdruck verleihen. Die Eltern und Lehrer
der Kinder hatten die Verabschiedung organisiert, um sich zu bedanken.
Die Dankbarkeit auf Seiten der Bevölkerung ist groß. So gehen
immer wieder Anwohner auf die deutschen Einsatzkräfte zu, bringen
ihnen Kaffee und Kuchen oder sagen einfach nur "merci".
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Bilder:
www.thw.de |
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| Montag, 15.12.03 | |
Die
Hochwasserspezialisten des THW in Arles sehen den Erfolg ihres Einsatzes.
Durch den massiven Einsatz von Pumpen sind die ersten Straßen, auf
denen in den letzten Tage nur Boote verkehren konnten, wieder für
Fahrzeuge befahrbar. Die ersten Bewohner können jetzt trockenen Fusses
wieder in ihre Wohnung zurückkehren und mit den Aufräumarbeiten
beginnen. Die ersten Geschäfte entlang der Hauptstraße im Norden
von Arles sind bereits wieder geöffnet. Auch für die Arbeit
der französischen Feuerwehren haben die THW-Pumpen die Voraussetzungen
geschaffen, mit den weniger leistungsstarken Fahrzeugpumpen der Walbrandlöschfahrzeuge
werden jetzt Keller und Wohnhäuser leergepumpt. Für die anderen
in Arles eingesetzten Einheiten von italienischem und belgischem Zivilschutz
leistet das THW Unterstützung beim Abbau und dem Umsetzen von Pumpen.
Mit dem zurückgehenden Wasser können die ersten THW-Kräfte
mit dem Rückbau ihrer Pumpen und Geräte beginnen. Am morgigen
Montag beginnt die Rückführung von Einsatzkräften. Bis
Mittwoch werden jeweils ein Drittel der eingesetzten Fachleute aus den
Pumpen- und Elektroversorgungsgruppen nach Deutschland zurückkehren.
Die Rückführung der letzten THW-Einheiten wird voraussichtlich
am kommenden Freitag beendet sein. An der ebenfalls vom THW betreuten
Einsatzstelle Silvèrèal südlich von Arles werden die
Pumparbeiten von Einheiten aus den Landesverbänden Bayern und Baden-Württemberg
noch einige Tage dauern. Dort sind in der Ebene der Camargue weite Flächen
überflutet. Um den Bewohnern die Rückkehr in ihre verstreuten
Gehöfte zu ermöglichen, muss dort das Wasser in die höher
gelegene "Kleine Rhone" gepumpt werden. Die Einsatzstelle ist
wegen der überfluteten Straßen nur mit geländegängigen
Fahrzeugen erreichbar. Der Rücktransport der in Südfrankreich
eingesetzten THW-Kräfte erfogte bislang größtenteils mit
Reisebussen. Müde und erschöpft fuhren die Helfer nach Hause. |
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| Dienstag, 16.12.03 | |
In
Arles beginnt für die THW Kameraden aus Hof und Naila der Rückbau
der Gerätschaften. Die Erfolge des Einsatzes sind offensichtlich.
Die Helfer des ersten Trupps geben am Abend in der Unterkunft des THW
Hof ein Interview mt einem Journalisten des Hofer Anzeigers. |
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| Mittwoch, 17.12.03 | |
Laut
Aussage der Geschäftstelle befinden sich die Hofer und Nailaer THW
Helfer auf dem Heimweg. Die voraussichtliche Ankunft ist Mittwoch abend
oder eventuell Donnerstag früh. |
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| Donnerstag, 18.12.03 | |
Die
THW Helfer des zweiten Einsatztrupps sind gegen 07 Uhr in Hof eingetroffen.
Mit den abschließenden Aufräumarbeiten ist dieser Einsatz für
das THW Hof beendet. Die restlichen Gruppen des THW werden in den nächsten
Tagen in ihren Heimatstandorten eintreffen. Für die freundliche Unterstützung
durch die Arbeitgeber und anderen Ortsverbänden möchten wir
uns weiterhin bedanken! Weiterhin ein herzliches Dankeschön an die
Kameraden aus dem OV Naila - die Zusammenarbeit Hof/Naila ergab ein schlagkräftiges
Team! |
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| Lageplan | |
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| Quelle: www.thw.de | |
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| Quelle: www.thw-lohr.de | |
| Bilder (Quelle www.thw.de) | |
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| Links zu dem Thema: | |
| Berichte der THW Leitung | |
| Zeitungsbericht der Frankenpost, vom 06.12.2003 | |
| Zeitungsbericht der Frankenpost, vom 11.12.2003 | |
| Zeitungsbericht der Frankenpost, vom 12.12.2003 | |
| Zeitungsbericht der Frankenpost, vom 18.12.2003 | |